Miststück
Ich hab heut Nacht
ein Gedicht gemacht.
Das heißt,
ich wollt eines schreiben.
Da saß ich vor dem leeren Blatt,
ließ einen Einfall seinen nächsten treiben,
da gab es kein Zurück!
Und dann?
Dann fehlte mir ein Stück.
Was gäb ich drum, es zu erhaschen,
es einzukreisen und genüsslich zu vernaschen,
es Wort für Wort zu exkulpieren,
dem Rest der Welt zu demonstrieren:
Seht her – ihr Poesiebanausen!
Schaut!
Lest!
Hier steht das Wahre, Gute, Schöne!
Das Beste, was jemals erdacht!
Gottgleich und allumschlungen,
der Ewigkeiten Harmonie!
Seht her – und neigt in Ehrfurcht
eure Häupter!
Tobt Beifallstürme, jauchst da capo!
Seid freudentrunken wie noch nie!
Hier saß ich nun, ich armer Tor,
und war so dumm wie noch zuvor.
Mir fehlte dieses Stück.
Vielleicht sagt Ihr, zum Glück,
das wär’ ja eh nur Mist
Na, und?
Es wär ja nicht das erste Stück,
das man auf diese Art vermisst.